Publication


Kreyenfeld, Michaela and Hornung, Anne and Kubisch, Karolin
Der deutsche Generations and Gender Survey: Einige kritische Betrachtungen zur Validität der Fertilitätsverläufe
Comparative Population Studies – Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, 2013
fertilität · fertilitätsbiografi e · partnerschaftsbiografi e · heirat · datenvalidierung · deutschland · westdeutschland · generations gender survey · ggs · mikrozensus
URL, DOI, JabRef BibTex, Abstract
Ziel dieses Beitrags ist es, die Fertilitätsbiografi en im deutschen Generations and Gender Survey (GGS) zu validieren. Die Untersuchungspopulation bilden westdeutsche Frauen der Geburtsjahrgänge 1930-69, für die die durchschnittliche Kinderzahl, die Verteilung der Kinderzahl und die Progressionsraten zum nächsten Kind auf Basis des GGS berechnet und mit anderen Datenquellen verglichen werden. Der zentrale Befund dieser Validierung ist, dass der deutsche GGS die Kinderzahlen der älteren Kohorten unterschätzt und jene der jüngeren Jahrgänge überschätzt. Wir vermuten, dass zwei Mechanismen für dieses Muster verantwortlich sind: Einerseits sind Kinder, die bereits den elterlichen Haushalt verlassen haben, nur lückenhaft erfasst worden. Andererseits sind jüngere Befragte mit kleineren Kindern in der Stichprobe wegen ihrer leichteren Erreichbarkeit überrepräsentiert. Zusammengenommen tragen diese beiden Mechanismen dazu bei, dass die Kinderzahlen der jüngeren Jahrgänge über- und die der älteren Geburtsjahrgänge unterschätzt werden. Die Validierung der Heiratsbiografi en offenbart eine ähnliche Schiefl age, sodass man folgern muss, dass der deutsche GGS für die Darstellung von Kohortentrends der Fertilität und Nuptialität nicht genutzt werden kann. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem deutschen GGS empfi ehlt es sich, in zukünftigen Befragungen bei der retrospektiven Erhebung von umfassenden Fertilitäts- und Partnerschaftsverläufen einfache (Kontroll-)Fragen in das Frageprogramm zu integrieren, um die Angaben in den retrospektiven Modulen überprüfbar zu machen.

Reference


@article{Kreyenfeld2013a,
  author = {Kreyenfeld, Michaela and Hornung, Anne and Kubisch, Karolin},
  title = {Der deutsche Generations and Gender Survey: Einige kritische Betrachtungen zur Validität der Fertilitätsverläufe},
  year = {2013},
  journal = {Comparative Population Studies – Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft},
  volume = {38, 1 (2013)},
  pages = {29-58},
  keywords = {fertilität · fertilitätsbiografi e · partnerschaftsbiografi e · heirat · datenvalidierung · deutschland · westdeutschland · generations, gender survey · ggs · mikrozensus},
  doi = {10.4232/10.CPoS-2013-02de},
  url = {http://scholar.google.ch/scholar_url?hl=de&q=http://www.comparativepopulationstudies.de/index.php/CPoS/article/download/26/109/26-379-2-PB.pdf&sa=X&scisig=AAGBfm03QIx0cplOr1poPGee0RKj9JX8Kg&oi=scholaralrt},
  timestamp = {29.07.2013},
  owner = {Kartus},
  abstract = {Ziel dieses Beitrags ist es, die Fertilitätsbiografi en im deutschen Generations and Gender Survey (GGS) zu validieren. Die Untersuchungspopulation bilden westdeutsche Frauen der Geburtsjahrgänge 1930-69, für die die durchschnittliche Kinderzahl, die Verteilung der Kinderzahl und die Progressionsraten zum nächsten Kind auf Basis des GGS berechnet und mit anderen Datenquellen verglichen werden. Der zentrale Befund dieser Validierung ist, dass der deutsche GGS die Kinderzahlen der älteren Kohorten unterschätzt und jene der jüngeren Jahrgänge überschätzt. Wir vermuten, dass zwei Mechanismen für dieses Muster verantwortlich sind: Einerseits sind Kinder, die bereits den elterlichen Haushalt verlassen haben, nur lückenhaft erfasst worden. Andererseits sind jüngere Befragte mit kleineren Kindern in der Stichprobe wegen ihrer leichteren Erreichbarkeit überrepräsentiert. Zusammengenommen tragen diese beiden Mechanismen dazu bei, dass die Kinderzahlen der jüngeren Jahrgänge über- und die der älteren Geburtsjahrgänge unterschätzt werden. Die Validierung der Heiratsbiografi en offenbart eine ähnliche Schiefl age, sodass man folgern muss, dass der deutsche GGS für die Darstellung von Kohortentrends der Fertilität und Nuptialität nicht genutzt werden kann. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem deutschen GGS empfi ehlt es sich, in zukünftigen Befragungen bei der retrospektiven Erhebung von umfassenden Fertilitäts- und Partnerschaftsverläufen einfache (Kontroll-)Fragen in das Frageprogramm zu integrieren, um die Angaben in den retrospektiven Modulen überprüfbar zu machen.}
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